Österreich Reisetipp
Ötscher - Aufstieg über den Rauhen Kamm
Wer Niederösterreich von "oben" sehen will, muss auf den
1.893m hohen Ötscher.Wer dies auch mit ein wenig Anspruch tun will,
muss über den Rauhen Kamm aufsteigen. Dieser Aufstieg gilt als herausragende
alpinistische Leistung im "weiten Land" Niederösterreich.
Für den Klettersteig mit Schwierigkeitsgrad I, der zu den anspruchsvollsten
der Ostalpen zählt, sind einige Grundvoraussetzungen nötig: absolute
Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, bestes, festes Schuhwerk, stabiles
Wetter, gute Kondition, GPS bzw. eine gute Karte (z.B Kompass Wander-, Rad-
und Skitourenkarte 212 Hochschwab, Mariazell, Eisenwurzen). Als wir bei
schönstem Wetter um 9.00 Uhr in Lackenhof (809 m) ankommen hat es bereits
rund 25 Grad. Vom Parkplatz bei der Sessellift-Talstation vom Großen
Ötscher gehen wir ca. 3km auf der asphaltierten Strasse leicht bergauf
bis Raneck (954 m; dies kann man auch mit dem Auto fahren, müsste dies
dann aber nach der Bergtour noch gehen wo die Kraft ev. nicht mehr reicht).
In Raneck folgt man dem relativ ebenen markierten Forstweg zu den Bärenlacken
(948 m), an dieser Wegkreuzung beginnt der gut markierte Aufstieg über
den Rauhen Kamm auf den Ötscher. Von hier geht es im Wald sehr steil
und anstrengend bis zur Baumgrenze auf ca. 1.400m. Glücklicherweise
merkt man im Wald die Hitze nicht so extrem. Sobald man die Baumgrenze überschritten
hat, hat man entlang des gesamten weiteren Weges eine grandiose Aussicht
über das Mostviertel, genauso wie nach Süden in die Steiermark
und auch auf den noch vor einem liegenden, alpinen Teil der Tour. Denn von
hier an wechseln einander einfacher Wanderweg und Klettersteilstufen stetig
ab. An einer der heftigsten Steilstufen sind 3 Eisenstangen im Fels verankert,
eine 4. wäre jedoch noch hilfreicher. Bevor man sich beim Klettern
an den gut greifbaren Felskanten festhält sollte man unbedingt deren
"Festigkeit" prüfen, manche sind ev. lose und da es keinerlei
Sicherung gibt kann ein falscher Griff schnell zum Problem werden. Unbedingt
ist auch darauf zu achten ob jemand hinter bzw. unter einem klettert, denn
nicht selten tritt man kleinere Steinbrocken los welche am Kopf einschlagend
ebenfalls nicht gut ausgehen können. Mit Pausen erreichten wir nach
ca. 4,5 Stunden den 1.888 m hohen Herrenstand (hier befindet sich ein Gedenkkreuz
und das Steigbuch). Von hier aus hat man meines Erachtens sogar einen grandioseren
Rundumblick als beim Gipfelkreuz des Ötscher auf 1.893 m welches man
nach wenigen Minuten über das Plateau nach Westen erreicht. Rund 1.100
Höhenmeter zeigt das GPS vor dem Abstieg hier an. Vom Gipfelkreuz geht
es über einen unwegsamen Weg am Grat entlang weiter nach Westen, hinunter
Richtung Sessellift Bergstation und Ötscherschutzhaus. Nachdem man
rund 400 Höhenmeter über einen schlecht gangbaren Pfad abgestiegen
ist kommt man auf den schönen und einfachen Wanderweg zum Panoramafernrohr
am 1.520 m hohen Hüttenkogel, welchen man von der Gabelung in wenigen
Minuten erreicht. Von der Weggabelung zum Ötscherschutzhaus sind es
nochmal rund 100 Höhenmeter hinunter auf 1.418 m. Hier befindet sich
auch die einzige Einkehrmöglichkeit entlang des ganzen Weges. Das Ötscherschutzhaus
erreicht man ca. eine Stunde nach dem Gipfelsieg und nach gesamt ca. 13,5
km. Den weiteren Abstieg ins Tal kann man sich sparen da er relativ uninteressant
entlang der Skipisten ins Tal führt. Hier kann man getrost den bequemen
Weg mit dem Sessellift ins Tal nehmen (am besten morgens vor dem Abmarsch
im Tal nach der letzten Talfahrt erkundigen, Kosten 7,80 €, mit der
NÖ-Card gratis).