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Reisebericht USA-Southwest 2009
Photographer's Paradise Teil 2



Di. 16.06.2009 - 6. Tag: Angels Landing & Kolob Canyons
Nach der Canyon Tour gestern geht es heute auf den Berg - über einen atemraubenden Trail geht es auf Angels Landing rund 500 Meter hoch über dem Zion Canyon. Um 8.45 Uhr starte ich den Hike von The Grotto, das Wetter ist ideal kühl, nur heute wird einem schnell warm.
Angels Landing
Angels Landing Trail
Der Weg bis zum Scout Overlook kann jeder problemlos zurücklegen, die 21 sehr steilen Walter Wiggles Kehren am Ende des Refrigerator Canyon haben es zwar in sich, aber der Weg ist bis zu Scouts Lookout fast durchgehend betoniert und somit nicht so anstrengend. Hier am Plateau wo sich der Angels Landing Trail vom West Rim Trail teilt ist auch für die meisten "Wanderer" Endstation, denn ab jetzt wird es heftig und absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend erforderlich. Von der "Plattform" sieht man bereits den weiteren Weg und es ist so heftig wie es aussieht.

Scout Lookout

Angels Landing Pfad
Der Weg lässt sich kaum beschreiben, an manchen Stellen ist er nicht mal einen halben Meter breit und auf beiden Seiten geht es rund 500m senkrecht nach unten, aber es gibt an den "Extremstellen" immer wieder Ketten zum Festhalten und mit ein wenig Abenteuerlust, Mut und ohne Höhenangst kommt man zu dem einmaligen Aussichtspunkt 500m über dem Canyon.
Angels Landing Pfad
Im Norden erkennt man die Narrows von Gestern und im Süden öffnet sich der Zion Canyon. Nachdem es, wie vorhergesagt, leicht zu regnen beginnt mache ich mich nach dem Mittagslunch auf den Rückweg. Nach genau 4 Stunden komme ich wieder @ the Grotto an.
Angels Landing
Zion Canyon
The Organ
Zion
Nach genau 4 Stunden komme ich wieder @ the Grotto an. Da ich nach dieser Bergwertung keine Energie für weitere Hikes habe besuche ich, nach einem kurzen Stopp beim Zion Human History Museum, die andere Seite des Zion Nationalparks - die Kolob Canyons - weit im Norden, an der eigenen Ausfahrt von der I-15. Hier gibt es auch einige interessante Trails, ich aber genieße nur die Aussicht vom Kolob Canyons Viewpoint und gehe den kurzen Trail zum Timber Creek Overlook, von wo man bei guter Fernsicht bis zum North Rim des Grand Canyon sehen soll - aber da spielt heute das Wetter nicht mit, aber die Aussicht ist trotzdem super.
Kolob Canyons
Strecke: 122 Meilen (= 196 km)


Mi. 17.06.2009 - 7. Tag: Salt Lake City

House on the Road
Heute steht außer fahren nur ein kurzer Besuch von Salt Lake City am Programm. Bereits früh morgens geht's auf nach Norden. Gegen Mittag treffe ich in Salt Lake City ein. Beim Visitor Center vis a vis des Capitol parke ich mein Auto und mache mich zu Fuß auf Richtung Temple Square. Nach Besuch des Mormonen Tempels (aber nur von außen) geht's wieder den Berg hinauf zum Capitol, von dessen Stufen man einen schönen Blick auf Salt Lake City hat, wobei die Stadt eigentlich nichts Besonderes zu bieten hat.
Salt Lake City Capitol
Mormonen Tempel
Da der Himmel rundherum kohlrabenschwarz ist und es auch phasenweise immer wieder schüttet, erübrigt sich ein Besuch des Antelope Island State Park am Großen Salzsee und ich fahre weiter bis Rexburg in Idaho. An der Idaho Visitor Information bei der Staatsgrenze am Highway sehe ich zum ersten Mal wieder die Motelcouponhefte, ich war schon verwundert dass ich bis dato noch keine gesehen hatte, aber so dicht gestreut und umfangreich wie 2002 sind diese nicht mal annähernd, denn es sind nur sehr wenige pro Stadt und meist in nicht interessanten Gegenden... In Rexburg steige ich im Super 8 um 76,74 $ ab (Indoor Pool & Spa, Micro & Kühlschrank, Lobby PC & Frühstück ++)
Strecke: 537 Meilen (= 864 km)


Do. 18.06.2009 - 8. Tag: Yellowstone - der Norden

Norris Geyser Basin

Norris Geyser Basin
Bei der Ankunft im schönen Städtchen West Yellowstone in Montana bin ich doch etwas überrascht und schockiert als fast überall no vacancy steht und wenn nicht, dann ist nur ein Zimmer für eine Nacht frei, ich aber will 2 Nächte hier bleiben. Nach einigen erfolglosen Versuchen lande ich zufällig im Moose Creek Inn wo noch ein nettes Zimmer für 2 Nächte frei ist. 80,20 $ pro Nacht für das Zimmer mit Micro & Fridge plus Computer in der Lobby, hier komme ich das erste Mal dazu für die Leute daheim ein paar Bilder ins Netz zu stellen. Um 9 Uhr bereits bin ich bei der Einfahrt in den Yellowstone Nationalpark. Da das Wetter morgen sehr schön sein soll, hebe ich mir die südliche Geysir Basin Gegend für morgen auf und besuche heute den nördlichen Teil des Yellowstone NP. Gleich bei der Einfahrt im Madison Valley sind die ersten Büffel zu sehen, aber von denen sollen noch viele folgen. Bei den ersten Geysiren wird begeistert losfotografiert dabei wird es mit jedem Mal faszinierender. Nach dem Monument Geyser Basin und den Artists Paintpots gehe ich die 2 Trails im Norris Geyser Basin, ehe ich die Mammoth Hot Springs Terraces erreiche. Von der einstmals faszinierenden Schönheit der Sinterterrassen ist leider nicht mehr viel aktiv, aber meines Erachtens lohnt sich ein Besuch trotzdem, denn auch die wenigen aktiven, heißen Quellen sind sehenswert, ebenfalls sollte man unbedingt die kurze Loop Road bei der Upper Terraces Area abfahren.
Mammoth Hot Springs

Mammoth Hot Springs
Yellowstone Tierwelt
Weiter geht's Richtung Tower Fall, hier am Blacktail Deer Plateau und im Lamar Valley soll die Wahrscheinlichkeit auf Bären zu treffen am größten sein, und dem ist auch so. Wenn am Straßenrand Unmengen an Autos stehen gibt es immer irgendwelche Tiere zu sehen, wenn aber Verkehrschaos herrscht und gar nichts mehr geht - "dann ist der Bär los"! Und so komme ich zu meinem ersten Schwarzbären der im Baum sitzt, als ich nach längerer Beobachtung weiterfahren will kommt er sogar endlich runter, aber bereits einige Meilen weiter der nächste Schwarzbär, diesmal spaziert er direkt entlang der Straße und denkt sich wohl "Was wollen all diese Menschen hier in meinem Wohnzimmer..."
Schwarzbär
Tower Fall
Da es bereits bald zu dämmern beginnt fahre ich noch das Stück weiter zum Tower Fall, bevor ich wieder zurück in die "Serengeti von Yellowstone" - dem Lamar Valley abbiege. Alleine die riesigen Büffelherden sind faszinierend aber hier sehe ich neben einem Bighorn Sheep und einem Coyoten auch meinen ersten Grizzly, allerdings nur in riesiger Entfernung durch das Fernglas, keine Chance für eine Kamera ohne Megazoomobjektiv.
Lamar Valley
Bighorn Sheep
Yellowstone
Über den Dunraven Pass fahre ich Richtung Canyon Village, als irgendwo in der Mitte zwischen Tower Fall & Dunraven Pass das unglaubliche passiert - in der Kehre vor mir sehe ich einen Grizzly die Straße überqueren! Als ich mich langsam mit dem Wagen nähere und am Straßenrand stehenbleibe, steht Meister Petz keine 10 Meter entfernt von mir! Wow, da wird einem auch im Wagen noch ein wenig anders und das Glücksgefühl ist nicht zu beschreiben. Die Entfernungen im Yellowstone sind nicht zu unterschätzen, bis ich im Motel eintreffe ist es bereits knapp vor 22 Uhr.
Grizzly
Bison
Dunraven Pass
Strecke: 249 Meilen (= 473 km)


Fr. 19.06.2009 - 9. Tag: Yellowstone - der Süden

Madison Valley
Bereits um 6 Uhr morgens passiere ich die Einfahrt in den Nationalpark, wunderbare Morgenstimmung, niemand unterwegs außer den Tieren, es war sogar so kühl dass die Scheibe leicht vereist war. Als erstes mache ich mich mal auf zu Old Faithfull, dem wohl berühmtesten Geysir den es gibt. Das Visitor Center beim Old Faithfull öffnet aber erst um 8 Uhr. Der erste angeschriebene Ausbruch soll gegen 8.29 sein, da es erst kurz vor 7.30 Uhr ist gehe ich die kleine Geysir Hill Runde, als ich kurz vor 8 Uhr wieder zurückkomme ist Old Faithfull aber bereits am Ende seines Ausbruchs und ich sehe nur mehr die letzten Züge, shit verpasst aber er bricht ja ungefähr alle 90 Minuten aus.
Firehole River
Chromatic Pool
^Morning Glory Pool
Also starte ich zum Morning Glory Pool, jeder der unzähligen Geysire und Pools ist auf seine Art einzigartig, zufällig erlebe ich den Ausbruch des kleinen Sawmill Geyser. Der Grotto Geyser mit seinen versteinerten Baumstämmen hat auch ein einzigartiges Aussehen. Von den Pools sind abgesehen vom faszinierenden Morning Glory Pool der Beauty Pool und der Chromatic Pool die schönsten. Der Morning Glory Pool am Ende des Trails allerdings ist überwältigend - die Farben sind so unglaublich - Wahnsinn den darf man keinesfalls auslassen! Da die 4,5km lange Runde mit unzähligen Fotostopps doch länger dauerte sind die 90 Minuten bereits lang vorbei, ehe ich wieder bei Old Faithfull ankomme.
Grotto Geyser
Grand Prismatic Spring
Da ich aber hier nicht ewig warten will notiere ich mir die ungefähren Ausbruchszeiten der Geysire und fahre zum Midway Geyser Basin, hier befindet sich mit der Great Prismatic Spring ein weiteres Highlight. Leider bläst der Wind den Dampf konstant in Richtung des Weges, wodurch man die einzigartigen Farben zwar erkennt, ein Foto im Nebel ist aber fast unmöglich. Anschließend fahre ich den Firelake Drive ab, da der Great Fountain Geyser in rund 30 Minuten ausbrechen soll und es schon fast Mittag ist, beschließe ich hier zu warten und meinen Mittagslunch hier zu genießen. In geringer Entfernung vom Great Fountain Geyser sehe ich einen der ältesten und am häufigsten (ca. alle 30 Minuten) ausbrechenden Geyser - den konusförmigen White Dome Geyser - ausbrechen.
White Dome Geyser
Old Faithfull
Als der Great Fountain Geyser eigentlich schon aktiv sein sollte, kommt ein Ranger vorbei und aktualisiert die errechnete Ausbruchszeit um über eine Stunde nach hinten, das ist mir dann doch zu lang zum erneuten Warten und so versuche ich wieder mein Glück bei Old Faithfull und komme genau rechtzeitig zum für 11.55 Uhr angekündigten Ausbruch - und exakt um 12.00 Uhr legt er los, ein einzigartiges Schauspiel bei blauem Himmel und Sonnenschein - perfekt. Da der Ausbruch des Great Fountain Geyser nochmal nach hinten auf 12.40 Uhr verschoben wurde versuche ich nun auch dort nochmal mein Glück, und es passt, kurz nachdem ich ankomme legt er los, aber so eine "Explosion" habe ich noch nicht gesehen, unmöglich die in ihrer ganzen Gewalt auf ein Foto zu bringen, der macht seinem Namen echt alle Ehre, ein Naturschauspiel dass seinesgleichen sucht.
Great Fountain Geyser
Great Fountain Geyser

Great Fountain Geyser
Yellowstone Lake West Thumb
Nun mache ich mich auf in den Südosten des Parks zum Lake Yellowstone. Die Fahrt führt durch die wunderschöne Landschaft des Nationalparks. Das West Thumb Geyser Basin ist nicht sonderlich aufregend (nach dem Midway & Upper Geyser Basin...) und kann man sich sparen. Am Yellowstone Lake entlang geht es wieder nach Norden. Nach kurzem Besuch des Mud Volcano und der Sulphur Caldron steht der Grand Canyon of the Yellowstone mit seinen Upper und Lower Falls am Programm.
Yellowstone Lake
Grand Canyon of the Yellowstone
Lower Yellowstone Falls
Die meines Erachtens schönste Aussicht auf die Lower Falls hat man vom Artist Point. Uncle Tom's Trail zum Fuß der Lower Falls ist leider gesperrt aber von hier hat man dafür einen schönen Blick auf die kleineren Upper Falls. Ich besuche noch alle Viewpoints am North Rim, aber so richtig begeistern wie der Artist Point kann mich davon aber keiner. Als Resümee kann man festhalten dass man für Yellowstone am besten 3 volle Tage plant (ein Tag im Norden, ein Tag im Westen und einer im Osten), wenn man dann noch richtig wandern will, dementsprechend mehr. Die Tiere sind fast nur im Norden, am heutigen Tag habe ich außer ein paar Bisons keine nennenswerten Tiere gesehen.
Upper Yellowstone Falls
Tragödie
Strecke: 187 Meilen (= 301 km)


Sa. 20.06.2009 - 10. Tag: Grand Teton National Park

Yellowstone Tierwelt

Yellowstone Tierwelt
Heute ist wieder langes Autofahren angesagt, diesmal aber über die optisch anspruchsvollere Strecke. Bereits um 6 Uhr starte ich vom Motel los, ein letztes Mal durch den Yellowstone Nationalpark Richtung Süden, am frühen Morgen sieht man dass sich die Tierwelt über Nacht den Park zurückerobert. Über den J. D. Rockefeller Memorial Parkway geht es durch den Grand Teton Nationalpark. Der Grand Teton ist an und für sich nach Yellowstone nicht wirklich interessant, außer für Wanderungen in wunderschöner Natur, die Landschaft ist aber sehr ähnlich den Alpen und die habe ich zuhause zum Erkunden. Der J. D. R. Memorial Parkway ist aber eine landschaftlich wunderschöne Alternative zum eher faden Highway 20 & Interstate 15, immer wieder tun sich einmalige Ausblicke auf die wunderschöne Berg und Seenwelt auf.
Gibbon River
Grand Teton Nationalpark

Grand Teton Nationalpark
Auch der weitere Weg nach Süden in Wyoming entlang der Grenze zu Idaho bzw. Utah und abseits der Touristenhauptstrecke ist anders und sehr schön. In Green River steig ich im Motel 6 um 53,10 $ ab - na ja (Pool, Micro & Fridge +). Da es zeitlich gerade für die Golden Hour im Goblin Valley passen würde, mache ich mich noch auf, die 48 Meilen südwärts zurückzulegen, allerdings kurz vor Ankunft beim Goblin Valley State Park kommt mir plötzlich eine gewaltige Gewitterfront entgegen und somit is' nix mehr mit Golden Hour... Also, 180° Drehung und dem Gewitter davon, doch kurz nach Ankunft in Green River hat es mich eingeholt. Es geht ein Wolkenbruch nieder - gigantisch - das Wasser steht sofort überall, da der trockene Boden die Massen gar nicht aufnehmen kann. Da bekommt man eine Vorstellung davon, wenn sich so ein Gewitter im Einzugsgebiet eines Slot Canyons ausschüttet, mit welcher Gewalt dort eine Flash Flood daherkommt...
on the road

on the road
Strecke: 652 Meilen (= 1049 km)


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