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Gegen Mittag kommen wir wieder beim Kenny
Lake Mercantile vorbei und essen im Diner noch einen ausgezeichneten,
großen Burger ehe wir wieder auf dem Richardson Highway
Richtung Süden fahren. Knapp 30 Meilen vor Valdez legen
wir bei der Worthington Glacier Recreation Site einen kurzen
Stop ein. Ein betonierter Weg führt in die Nähe des
Gletschers, den schönsten Blick auf den gesamten Gletscher
allerdings hatten wir schon 2 Meilen früher vom Highway.
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Beim Milepost 27 folgt der gleichnamige 27
Mile Glacier. Unmittelbar danach steht man am 845 m hohen Thompson
Pass. Von hier oben hat man einen traumhaften Ausblick auf das
Lowe River Valley. Vom Parkplatz aus gehen wir einen kurzen
Hike nach Süden, von wo das Panorama noch mal einen drauf
legt. Die weitere Strecke vom Thompson Pass hinunter ins Tal
bietet immer wieder einmalige Ausblicke. Nach wenigen Meilen
kommt man zu den Horsetail Falls und gleich unmittelbar um die
Kurve zu den Bridal Veil Falls.
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In Valdez begegnen wir erstmals richtigen
Touristenmassen. Wir stellen unser Zelt um 27,- $ pro Nacht
bei Eagle's Rest RV Park & Cabins auf, der Campground ist
voll von Wohnmobilen, hauptsächlich Fischer. Von der Ölkatastrophe
der Exxon Valdez 1989 hat sich der Ort und die Umwelt langsam,
aber doch erholt. Da wir morgen den ganzen Tag auf einer Kajaktour
zum Columbia Glacier sind, buchen wir heute gleich noch die
Fähre "MV Aurora" für übermorgen früh.
Da unser Ford Flex leider ein wenig zu lang ist (16 Fuß)
zahlen wir gleich mal um 18 $ mehr - 301,- $ - für die
Fährpassage nach Witthier (89,- $ p. Person, 123,- $ Auto).
Am Abend fahren wir noch zur Dayville Road, hier soll man mit
ein wenig Glück Bären, Seelöwen und Weisskopfseeadler
sehen können. Abgesehen von einem traumhaften Sonnenuntergang
sehen wir auch unseren ersten Adler.
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Heute steht ein absolutes Highlight am Programm,
eine Kajaktour zwischen Eisbergen beim Columbia Gletscher. Der
Columbia Glacier ist einer der größten Gezeiten Gletscher
Alaskas. Bis vor wenigen Jahren fuhr die MV Aurora auf ihrer
Route nach Withier in die Columbia Bay bis an die Abbruchkante
des Gletschers, doch der Gletscher zieht sich so rasant zurück,
dass er bald aus dem Wasser heraustritt. Derzeit füllen
seine Eisberge die riesige Bucht bei Ebbe vollends an und geben
bei Flut diese dann an den Prince William Sound frei. Bereits
einige Monate im voraus haben wir diese Tour bei Anadyr Adventures
gebucht (458,- $). Schon die ganze Woche hoffen wir, dass das
Wetter heute schön ist, und wahrlich, es ist ein traumhafter
Tag, der 2. schöne Tag in diesem Jahr erzählt uns
Sam, unser Guide, der andere vergleichbare Tag war im April...
Pünktlich um 8 Uhr beginnt die Tour mit Erklärungen
und einer kurzen Einschulung, ehe wir die ca. 1,5 Stunden dauernde
Bootsfahrt zum Columbia Glacier antreten. Eine wasserdichte
Tasche, Gummistiefel, Regenhose & Regenjacke werden bereitgestellt,
Reserveklamotten für den Notfall und Verpflegung für
den ganzen Tag verstauen wir in die wasserdichte Tasche. Um
meine Kamera nicht zu "gefährden" habe ich mir
vor der Abreise noch ein wasserdichtes Gehäuse gekauft
und somit kann ich beruhigt die Kamera die ganze Zeit um den
Hals hängen.
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Als wir auf der Bootsfahrt Seeotter und Seelöwen
sehen wird natürlich ein Fotostop eingelegt. Nach einer
Weile trauen wir unseren Augen nicht, da kommt eine richtige
Eisbergstraße aus der Columbia Bay. Langsam sucht sich
unser Kapitän den Weg zwischen den Eisbergen in die Heather
Bay. Immer wieder hört man wie kleine Eisschollen ans Boot
stoßen - ein eigenartiges Gefühl...
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Nach dem Anlanden gibt's noch eine kurze Praxiseinführung
ehe wir unsere ersten Versuche im Wasser machen. Im Gegensatz
zu einem Kanu, mit dem ich unlängst gepaddelt bin, sind
die 2er Kajaks sehr stabil und leicht zu paddeln.
Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich bei diesem Traumwetter durch diese einmalige Wasserwelt zu paddeln... Die Ruhe und Langsamkeit, welche man hier verspürt ist herrlich. Gegen Mittag machen wir Rast auf einer kleinen Anhöhe von wo man einen herrlichen Rundblick über die mit Eis gefüllte Bucht, den Columbia Glacier und die umliegenden Berge hat. Zum selbstmitgebrachten Lunch hat Sam eine große Thermoskanne mit heißem Wasser mit, und so gibt es noch eine leckere heiße Schokolade dazu. Für den nächsten Teil tauschen wir die Plätze und ich übernehme das Steuer hinten im Kajak. |
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Als die Flut immer höher wird, verlassen
wir die Welt der Eisberge, denn mit steigendem Wasserspiegel
in der Bucht beginnen sich auch die großen Eisberge zu
bewegen und dies macht ein Orientieren und Navigieren dazwischen
sehr gefährlich. Wir paddeln in der Heather Bay in eine
Flußmündung, um an Plätzen wo sich Lachse tummeln
eventuell auf einen Bären zu treffen.
Wir bekommen zwar keinen Bären zu sehen aber dafür eine Menge Weißkopfseeadler, Lachse und traumhafte Landschaft. Um hier vom Kajak aus auf Lachsfang zu gehen würde man lediglich einen Kescher benötigen, hier wimmelt es nur so von Lachsen, aber leider hat momentan kein Bär Hunger... Nach einer letzten kurzen Rast wechseln wir nochmal die Sitzplätze ehe wir langsam zurückpaddeln. Unterwegs begegnen wir noch einem neugierigen Seeotter, der gemütlich am Rücken dahintreibt und uns mit großen Augen ansieht. Mit ebensolch-großen Augen sehen wir ,dass wir mitten am Wasser vom Kajak ins Boot umsteigen sollen und denken, dass das nicht ernst gemeint sein kann, ist es aber, und es geht eigentlich auch recht leicht wie wir dann feststellen... |
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Eigentlich würden wir noch gerne ewig
weiter paddeln durch diese einmalige Natur, noch dazu bei so
einem traumhaften Tag wie heute. Leider ist der Tag schon bald
wieder um und somit treten wir die Rückfahrt an. Am Rückweg
tauchen für ein paar Sprünge vor unserem Boot noch
Delphine auf, im ersten Moment glauben wir, dass es Orcas sind,
aber unser Kapitän erklärt uns, dass es Pazifische
Weißseitendelphine sind.
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Heute heißt es wieder früh aufstehen,
um 8 Uhr geht zwar erst die Fähre aber man muss bereits
eine Stunde vor Abfahrt "einchecken" und mit Zeltabbau
usw... Anfangs haben wir überlegt hier wetterabhängig
kurzfristig einen Tag länger zu bleiben, aber als wir am
Montag die Fähre gebucht haben waren für Donnerstag
nur mehr 4 Plätze auf der Fähre frei, also ein hohes
Risiko ohne Reservierung keinen Platz auf der Fähre zu
bekommen. Es gibt zwar noch eine 2. "Schnellbootfähre"
aber auf der "langsamen" MV Aurora soll die Schiffsfahrt
nochmal eine eigene "Reise" sein und so haben wir
uns für heute entschieden. Und das war gut so, denn es
ist wieder ein traumhaft schöner Tag, ideal für eine
gemütliche Schiffsreise. Nachdem wir mindestens 3-4 Mal
unsere Pässe und Tickets hergezeigt haben, sind wir endlich
an Bord, unsere Gaskartusche vom Kocher müssen wir mit
unzähligen anderen in einen Sicherheitsraum verstauen ehe
wir den Fahrzeugraum verlassen. Beim gemütlichen, guten
Frühstück in der Bordkantine treffen wir alle 4 anderen
Teilnehmer der gestrigen Kajaktour erneut, denn beide Paare
haben wir, unabhängig voneinander, schon bei unserem Aufenthalt
im Denali getroffen - Alaska ist echt ein Dorf... Die Aurora
ist doch noch mal ein Stück langsamer als unser gestriges
Boot, somit können wir die erste Stunde in Ruhe relaxen
ehe wir wieder am "Eisbergstrom" des Columbia Glacier
vorbeikommen. Und diesmal geht es, im Schneckentempo, mitten
durch das "Eisfeld". Traumhaft schön, an Deck
tummeln sich alle Passagiere und genießen das "Schauspiel"
als wir zwischen den Eisbergen Slalom fahren. Und heute hört
man noch viel lauter das "Donnern", wenn das Schiff
die kleinen Eisberge bzw. Eisschollen zur Seite schiebt.
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Nachdem wir den "Eisstrom" durchquert
haben, hat man einen herrlichen Blick auf das Columbia Icefield,
der Quelle des gestern besuchten Columbia Glacier. Nun können
wir die angenehme Schiffsfahrt auf dem Sonnendeck genießen,
wie auch eine junge Amerikanerin, welche hier eine Stunde lang
ihre Yogaübungen macht. Mittags genieße ich noch
einen ausgezeichneten Salmon Burger mit French Fries (Lachs
Burger mit Pommes) zu einem humanen Preis von 8,25 $.
Unterwegs hat man traumhafte Ausblicke auf die herrliche Landschaft des Prince William Sound. Bevor wir um 13.45 Uhr Witthier erreichen, passieren wir noch den beeindruckenden Tebenkof Glacier. |
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Die einzigen Möglichkeiten die eher hässliche
"Verladestation" Witthier zu verlassen bzw. zu erreichen
sind die Fähren des Alaska Marine Highway und der 2,5 Meilen
(4 km) lange Anton Anderson Memorial Tunnel. Diesen einspurigen
Tunnel teilen sich aber Autos und Eisenbahn. So stehen wir nach
dem Verlassen der Fähre gleich wieder in der Schlange vor
der Tunneleinfahrt, da gerade einer dieser elendslangen Züge
von Witthier nach Westen fährt. Glücklicherweise spart
man sich von Valdez kommend die Tunnelmaut wenn man Witthier
verlässt.
Unmittelbar nachdem man aus dem Tunnel ist, erreicht man den Portage Lake mit dem Byron Glacier und dem Portage Glacier. Letzterer ist in den letzten Jahren so massiv zurückgegangen, dass man ihn von hier fast nicht mehr sieht und nur mehr per organisierter Bootstour erreichen kann. Wir haben aber genug wunderschöne Gletscher und Wasser für heute gesehen und wir wollen das Schönwetter ausnutzen und morgen hoffentlich bei eben solchem das Harding Icefield zu erklimmen. |
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Am Seward Highway angekommen geht es südwärts
auf die Kenai Peninsula. Am Kenai Lake vorbei erreichen wir
die Hafenstadt Seward. Da wir auf allgemeine, öffentliche
Duschen beim Campground am Strand keine Lust haben, stellen
wir unser Zelt für die nächsten 3 Nächte bei
Millers Landing am Lowell Point auf (27,- $/Nacht). Na ja, der
beste Campground ist es nicht gerade und die Zeltnägel
in den Boden zu bekommen ist sogar mit dem Hammer ein mühsames
Unterfangen... Nachdem wir Seward ein wenig erkundet haben,
wird heute Abend richtig gegrillt. Bei Captain Jack's Seafood
Locker kaufen wir uns fangfrische Heilbutt- & Lachsfilets
welche am neugekauften Grillrost lecker gegrillt werden.
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| Da wir heute nur einen "Programmpunkt" haben, schlafen wir in Ruhe aus (um 7 Uhr bin ich sowieso schon munter...) und frühstücken gemütlich, ehe wir uns auf in den Kenai Fjords National Park machen. Bereits bei der Urlaubsplanung im Winter 2009 habe ich vom Harding Icefield Trail gelesen und nach der Meniskus-Diagnose im Jänner habe ich mit meinem Physiotherapeuthen Stefan Wotruba (dem ich an dieser Stelle für die gute Arbeit danken möchte) 6 Monate auf die Bergtour hintrainiert, um mit meinem eingerissenen Meniskus hier keine Probleme zu bekommen. Das Wetter spielt auch wieder mit - blauer Himmel & Sonnenschein - was will man mehr? Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center gehen wir als erstes zum Fuß des Exit Glacier. Man kann zwar leider nur bis auf wenige Meter an den Gletscher heran, er wirkt aber noch beeindruckender als der Root-Glacier im Wrangell-St. Elias National Park. Nun geht es am Rand des Gletschers knapp über 1.000 Höhenmeter nach oben. Am Trailhead stehen 2 Tafeln mit einer Karte und kurzer Beschreibung und wieder einige Regeln für den nicht seltenen Fall von Bärenbegegnungen, sehr spezielle Textpassage für den Fall eines Grizzlyangriff: "If a grizzly bear attacks you, play dead; if it starts to eat you - fight back" .... |
| Der gut ausgetretene Trail führt steil nach oben, von unten sieht man in dem Hang ober bzw. vor einem nicht einmal den Weg weil er tw. auch ringsum dicht bewachsen ist und in Serpentinen nach oben geht. Die hohen "natürlichen" Steintreppen sind mit der Weile recht anstrengend, aber der Ausblick entlang des ganzen Weges ist atemberaubend. Bis man am Ende des Trails ankommt, durchschreitet man mehrere Vegetationsschichten, nach der Baumgrenze ist gerade alles am Blühen - traumhaft. Aufgrund des schönen Wetters ist heute auch einiges an "Verkehr" am Pfad, von "überlaufen" kann man aber keinesfalls sprechen. Die Fliegen und Mosquitos sind bis zum Erreichen der Schneefelder recht lästig, warum ich auch kurzzeitig mein Mosquitonetz auspacke, im Frühling ist es sicher heftig hier. |
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Bei der "Notfallhütte" am letzten
Abschnitt des Trails sind auch im August noch viele Schneefelder
zu überqueren, im Frühling ist der Weg hier sicher
noch um einiges anstrengender, lohnend ist es allemal. Das Panorama
über das riesige Eisfeld ist überwältigend. 3
Stunden haben wir für den ca. 6 Kilometer langen Aufstieg
benötigt.
Nach rund 45 Minuten treten wir den Abstieg wieder an, für diesen benötigen wir knapp 2,5 Stunden. Ein eigenes Gefühl ist der Weg durch das hohe Buschwerk und im Waldstück, denn immer wieder hört man irgendwo ein Knacken und undefinierbare Geräusche... |
| Am Rückweg zum Campground kaufen wir nochmal ein paar köstliche Lachsfilets und werfen Sie am Abend wieder am Grill um den herrlichen Tag gemütlich im Mondschein ausklingen zu lassen. |
| Was hatten wir die letzten Tage für Wetterglück,
über Nacht ist das Wetter umgeschlagen, alles grau in grau,
Nieselregen mal stärker mal schwächer aber heute steht
nichts "großes" am Programm. Um 10 Uhr haben wir
eine Hundeschlitten Tour bei Ididaride Sled Dog Tours gebucht.
Besitzer ist Mitch Seavey, Iditarod Champion 2004, "dem"
Hundeschlittenrennen Alaskas. Was für den Rest der USA der
Super Bowl, das Endspiel um die Football-Meisterschaft, ist für
Alaska das Iditarod Sled Dog Race - nämlich das größte
sportliche Ereignis des Jahres. Eine Stunde dauert die Tour, das
Highlight kommt eigentlich als erstes, eine ca. 15 minütige
Fahrt mit dem Hundeschlitten. Da es im Sommer natürlich nicht
mit dem Schlitten geht, muss ein umgebautes 4-rädriges Gefährt
herhalten, in dem wir zu siebent plus Tim als Musher Platz finden.
An die 60 Hunde begrüßen uns mit lautem Gebell und
dazupassendem Geruch, die Hunde können es kaum erwarten,
vor den "Schlitten" gespannt zu werden und sind völlig
aus dem Häuschen. Es kommen zwar nur 13 Hunde zum Zug, durch
mehrere Touren täglich kommt aber jeder Hund zu seinem Auslauf.
Tim Pope, unser Guide trainiert selbst für das große
Rennen und will 2012 zum ersten Mal teilnehmen. Nach der "Schlittenfahrt"
gibt es noch eine Filmvorführung über das Iditarod-Rennen
und Erklärungen zum Training, Vorbereitung usw. Als Abschluss
gibt es noch ein kleines Highlight, jeder Teilnehmer bekommt einen
Welpen zum Halten und Streicheln. Alles in allem eine interessante
Tour die mit 59,- $ aber auch ihren Preis hat. |
| Leider hat sich das Wetter nicht gebessert, es regnet. Zeltabbau
im Regen, da kommt Freude auf... Wir verlassen Seward nach Norden,
um, sozusagen um das Harding Icefield herum, nach Homer am südlichen
Ende der Kenai Halbinsel zu fahren, wo wir morgen eine "Bear
Watching Tour" gebucht haben. Auf der ganzen Fahrt über die Kenai Halbinsel regnet es und es gibt 0 Sicht, da alles in den Regenwolken hängt. In Homer kommt plötzlich noch dichter Nebel zum Regen dazu. Da wir erst im Regen das Zelt abgebaut haben, haben wir keine Lust heute im Regen wieder aufzubauen und so "gönnen" wir uns ein "Luxuszimmer" mit Meerblick im Land's End Resort. Da die Saison sich dem Ende neigt und es nicht voll ausgelastet ist, bekommen wir das Zimmer zum Schnäppchenpreis von knapp 140,- $. Das Land's End liegt, wie der Name schon sagt, am äußersten Ende des Homer Spit, einer einmaligen, 7 Kilometer lang in die Kachemak Bay reichenden, Landzunge. Wir machen es uns mal im bequemen Zimmer gemütlich und liegen ein wenig faul vorm Fernseher als es gegen 17 Uhr plötzlich aufreißt und die Sonne rauskommt. Mit dem haben wir absolut nicht gerechnet und damit steigt auch die Hoffnung, morgen wieder Glück mit dem Wetter zu haben. |
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Wir wollen noch das schöne Wetter nutzen
um vielleicht die Vulkane auf der anderen Seite des Cook Inlet
sehen zu können, und so fahren wir den Old Sterling Highway
bis zum westlichsten, mit dem Auto über eine Straße
erreichbaren Punkt, dem Anchor Point. Von hier sieht man trotz
etwas diesigem Wetter noch recht schön zum Mt. Redoubt.
Am Rückweg machen wir noch Halt am Spit (an dessen Strand
man ebenfalls Campen kann) und gehen auf einen Whiskey in Alaska's
berühmt - berüchtigsten Saloon, dem Salty Dawg Saloon.
Absolut genial und meines Erachtens ein Pflichtstopp, an Decke
und Wand hängen zig tausende Dollar, jede Note mit einer
persönlichen Widmung/Wunsch, natürlich muss da auch
einer von mir dazu... Als wir rauskommen ziehen wieder Wolken
von Norden rein und bilden ein herrliches Bild zur untergehenden
Sonne.
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| Heute steht wieder ein absolutes Highlight am Programm. Von Anbeginn der Urlaubsplanung stand fest, dass wir Bären aus allernächster Nähe sehen wollen, also haben wir bereits frühzeitig bei Emerald Air Service um 625,- $ eine Bear Watching Tour gebucht. Bei der angebotenen Tour wird man nicht, wie bei vielen anderen Anbietern, zum Brooks Camp geflogen, wo man auf einer Brücke mit unzähligen anderen Touristen steht und "in Sicherheit" die Bären beobachten kann, während ihnen die Lachse "quasi ins Maul springen" sondern viel individueller. Wir fliegen in einem kleinen Wasserflugzeug dorthin, wo sich die Bären aktuell aufhalten. Gerade mal 7 Leute passen in die Maschine, wir 5 Touristen plus Guide, plus Pilot. Nachdem wir in die zu Verfügung gestellten Hippboots gestiegen sind, gibt es noch eine kurze Einführung über die Tour und wie wir uns in unmittelbarer Umgebung der Bären verhalten müssen. Auf die Frage, ob Dave (unser Guide) eine Waffe mit hat, meint er nur, dass dies nicht nötig sei, für den alleräußersten Notfall hat er Pfefferspray dabei, aber wenn wir die "Regeln" einhalten ist der nicht nötig. Über das Cook Inlet fliegen wir im Schneckentempo (ca. 100 km/h) an den nördlichen Rand des Katmai National Park. Vom Flugzeug hat man eine herrliche Sicht auf die Vulkankette der Alaska Peninsula. Schon vom Flugzeug aus haltet der Pilot Ausschau nach Bären, und nachdem in der Gegend des Moraine Creek einige stattliche Bären beim Fischen zu beobachten sind, landen wir im Crosswind Lake. Hier stehen auch einige andere Wasserflugzeuge welche ein paar Fischer hierher gebracht haben. Bereits beim Aussteigen sehen wir unseren ersten Bären auf der anderen Seeseite. Von Crosswind Lake wandern wir über den saftigen Tundraboden zum Moraine Creek. Unterwegs erklärt uns Dave einiges über die Tundra und die Bären von Katmai und warum man hier so nah an die Tiere ran kann. |
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Als wir zum Fluss kommen sind wir baff, direkt
unter uns steht ein Bär und frisst seinen Sockeye Salmon
(roten Lachs), und gleich dahinter im Fluss fischt der nächste,
das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Als 2 übermutige
junge Bären direkt vor uns im Fluss anfangen ihre Kräfte
zu messen stockt uns der Atem, alles was wir erwartet bzw. erhofft
haben ist längst übertroffen.
Ein Stück weiter sehen wir 2 vollgefressene Bären auf der faulen Haut liegen und uns nur einen "wer stört..." Blick zuwerfen. |
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Wir verbringen knapp 2 Stunden am Fluss, bis
wir uns ein Stück weiter oben zurückziehen und unseren
mitgebrachten Lunch mit einzigartigem Panorama auf Fluss und
Bären genießen.
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Als wir an einer anderen Stelle wieder zum
Fluss zurückkehren, können wir es nicht fassen, nur
ein paar Schritte vor uns steigt ein Bär mit einem frisch
gefangenen Lachs aus dem Fluss und verspeist den direkt vor
uns. Wir sind alle so auf den Bären vor uns fixiert, dass
wir erst gar nicht bemerken, dass wir beobachtet werden. Denn
der Bär vor uns, und wir mit ihm, sitzen direkt auf dem
Präsentierteller - oberhalb von uns sitzt ein Bär
und beobachtet uns und den fressenden Bären vor uns...
Da läuft einem doch ein wenig der Schauer über den
Rücken. Dave mahnt uns, uns nicht zu bewegen und geduckt
zu bleiben. Als der Bär vor uns seinen Fisch verzehrt hat,
zieht auch der ober uns weiter und wir ziehen ebenfalls weiter
am Fluss entlang und über die wunderschöne Tundralandschaft.
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Nach etwas mehr als 5 atemberaubenden Stunden
müssen wir allerdings bye bye zu Mister Petz sagen. Über
die unendliche Weite der Tundra des Katmai National Parks wandern
wir retour zu unserem Float Plane. Am Rückflug habe ich
nun die Ehre am Co-Pilotensitz Platz zu nehmen, angenehme Beinfreiheit
und vom Ausblick nicht zu reden... Wir drehen noch eine kleine
"Ehrenrunde" über den Moraine Creek und dann
geht es am rauchenden Vulkan von Augustine Island vorbei zurück
Richtung Kenai Peninsula.
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